Schutz für die Anwohner

Der Buschbeller Wald liegt inmitten von Siedlungsbereichen. Er liegt höher als diese und schützt die Anwohner vor Lärm, Wind, Sand und (Fein-)Staub. Die in der Abbaugrube gelegene Rekultivierung leistet dies nicht. Der gewachsene Waldboden filtert unser Grundwasser; der Wald kühlt und erneuert die Luft.

„Auf Dauer ist (-) Lärm, vor allem aber die Belastung durch Dieselruß-Feinstaub und Stickoxide gesundheitsschädlich“ (Rheinisches Ärzteblatt, August 2015, S. 15).

Lärm:

Der Wald ist für die Anwohner Lärmschutz, vor allem bezüglich der Autobahn A4, aber auch anderer Lärmquellen.

Wenn Lärm unter die Haut geht_ Rheinisches Ärzteblatt 2015 (32,5MB)

 

Wind, Sand und (Fein-)Staub:

Der Wald ist zudem Windbrecher mit Filterwirkung. Er filtert die Verunreinigungen der Luft. Diese werden durch den Quarzsandtagebau, die Autobahn A4, zukünftig die noch im Bau befindliche Umgehungsstraße Buschbell sowie die anderen Straßen mit verursacht (geplant sind zudem die L361n und der Ausbau der Autobahnraststätte Frechen). Nach den Plänen der Quarzwerke wird mit dem nächsten Abbauschritt (Winter 2016/2017) wieder „Immissionsschutzwald“ gefällt. Scheibchenweise soll so der gesamte Wald abgeholzt werden. Die bereits bestehenden Belastungen für die Anwohner werden unserer Einschätzung nach immer mehr zunehmen.

Wer sich einmal einen „Wüstensturm in Frechen“ und die „Wirksamkeit“ der Wasserkanonen der Quarzwerke – sie haben zwei (!) davon – gegen (Fein-)Staub ansehen will, kann dies hier tun:

Video „Wüstensturm in Frechen“: https://www.youtube.com/watch?v=W9dQ3JDOMwI

 

Sandsturm Quarzwerke 19. Mai 2015, 2 Sandsturm Quarzwerke Frechen 19. Mai 2015OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Video und Fotos: Günther Nichau

Weitere eindrucksvolle Bilder: http://www.ksta.de/region/quarzwerke-die–angst-vor-dem-feinstaub,15189102,12490762.html

 

Feinstaubbelastung: Überschreitung des gesetzlich zugelassenen Grenzwertes Feinstaub PM10 im Jahr 2011!

Die Quarzwerke GmbH hat in den vergangenen Jahren für den Tagebau Frechen zwei „Messkampagnen (MK)“ zur Staubbelastung P 10/2,5 durch den „TÜV Süd Industrie Service“ durchführen lassen: „Messkampagne 1 (MK1)“ vom 06.08.2010 – 05.08.2011 und „Messkampagne 2 (MK2)“ vom 14.9.2011 – 15.9.2012.

Nach allen uns vorliegenden Informationen hatten Vertreter der Quarzwerke GmbH und des „TÜV Süd Industrie Service“ bei Bürgerinformationsveranstaltungen und im Umweltausschuss der Stadt Frechen berichtet, es gäbe keine Feinstaub-Überschreitungen (vgl. Informationsmaterial der Quarzwerke GmbH und Medienberichte, z.B.:

http://www.ksta.de/region/quarzwerke-messergebnisse-laut-tuev-unbedenklich,15189102,12019494.html

http://www.ksta.de/frechen/quarzwerke-staubbelastung-unter-grenzwerten,15189184,20922858.html)

Jedoch ist eine Überschreitung des Grenzwertes Feinstaub PM10 im Kalenderjahr 2011 an der Messstelle „Laborplatz“ belegt und vom LANUV bestätigt: 36 Überschreitungstage Feinstaub PM10 (35 sind erlaubt), obgleich an 39 Tagen (6.8.-13.9.2011) nicht gemessen wurde und an 8 Tagen der „Messkampagne 1“ das Messgerät ausfiel – also Überschreitung des Jahresgrenzwertes, obgleich an mindestens 47 Tagen des Kalenderjahres nicht einmal gemessen worden war (für die Messkampagne 2 sind uns aktuell nur die Überschreitungstage bekannt, nicht jedoch, ob es auch hierbei Ausfalltage ohne Messungen gab)! Es könnten also real noch deutlich mehr Überschreitungstage gewesen sein.

Schreiben des BUND an die für den Luftreinhalteplan zuständige Bezirksregierung Köln: BUND an BezReg Köln Emissionen, Immissionen Quarzsandtagebau Frechen 20.2.2014

Antwortschreiben der Bezirksregierung Köln: 20140520 BezReg Köln Feinstaub

Die Bezirksregierung Köln schreibt angesichts der 36 Überschreitungstage Feinstaub PM10 (35 sind erlaubt) von einer „knappen“ Überschreitung; die Überschreitung wird auf die ungünstige Wetterlage im Jahr 2011 zurückgeführt.

Wir sagen:

– Eine (nicht angegebene) Überschreitung ist eine (nicht angegebene) Überschreitung! Unabhängig davon, was dazu beigetragen hat: Grenzwerte gelten absolut und müssen auch unter ungünstigen Bedingungen eingehalten werden.

Der Wald filtert und erneuert unsere Luft. Vermutlich wären die Werte ohne ihn noch höher gewesen und es in Zukunft noch weiter werden!

– Die Überschreitung ist nicht „knapp“, wenn berücksichtigt wird, dass diese bereits erreicht wurde, obgleich an mindestens 47 Tagen des Kalenderjahres 2011 nicht einmal gemessen worden war! Es könnten also real noch wesentlich mehr Überschreitungstage gewesen sein! Während der gemessenen Zeit im Jahr 2011 (318 Tage) war jeder 9. Tag ein Überschreitungstag!

– An der Referenzmessstelle lag 2011 im Gegensatz zur Messstelle „Laborplatz“ keine Überschreitung der gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte für Feinstaub PM10 vor.

Die Jahre 2010 und 2012 waren nicht als Kalenderjahre auswertbar, da an insgesamt zu wenigen Tagen gemessen worden war. In den Jahren 2013, 2014 und 2015 ist nach unserem Kenntnisstand (noch) nicht gemessen worden.

Immissionsschutzwald

In der „Stellungnahme zum Immissionsschutz im Rahmen der Ostarrondierung Buschbell“ vom „TÜV Süd Industrie Service“ (Februar 2011) heißt es Bezug nehmend auf durchgeführte Modellrechnungen (S.11): „Die Tiefe des Immissionsschutzwaldes sollte in Hauptwindrichtung mindestens 100 m und in der seltensten Windrichtung mindestens 50 m betragen.“ Wir weisen darauf hin, dass der Wald in Richtung Buschbell zumindest an einer Stelle die geforderte Mindesttiefe schon nicht mehr erreicht. Zudem befindet sich teilweise Richtung Norden überhaupt kein Altwald mehr zwischen Sandgrube und Siedlungsbereichen. Dieser Zustand wird sich mit der geplanten Fortführung der Waldrodungen weiter verschlechtern. Die bereits bestehenden Belastungen für die Anwohner werden nach unserer Einschätzung parallel dazu immer weiter zunehmen.

Foto unten: Lücke im Buschbeller Altwald – Blick vom Freimersdorfer Feld (31.7.2015)

Lücke im Buschbeller Wald, Blick vom Freimersdorfer FeldFoto unten: Lücke im Buschbeller Altwald – Blick von Königsdorf (31.7.2015)

Lücke im Buschbeller Wald Blick von Königsdorf

Foto unten: Blick auf die Lücke im Altwald vom Weiherfeld / Buschbell aus. Die Quarzwerke haben davor Pappeln angepflanzt. (26.7.2015)

Lücke im Buschbeller Altwald - Blick vom Weiherfeld

Lücke im Buschbeller Altwald – Blick vom Weiherfeld

Karte unten: Rodungsabschnitte bis 2017: der blauschraffierte Teil wurde bereits vom 24.-28.11.2014 gerodet. Die übrige rotschraffierte Fläche wurde vom 17.-21.10.2016 gerodet (Hauptbetriebsplan befristet bis 1.5.2017)  – die Lücke im Altwald ist dadurch wesentlich größer geworden.

Rodungsabschnitte bis 2017

 

Zudem: „Ja dreht der Wind denn, wie man ihn gerade braucht?“ oder „Was ist denn nun die Hauptwindrichtung?“

a) Im Rahmenbetriebsplan 2000 steht, dass die Grube um einige Grade gegen die Hauptwindrichtung verschwenkt werden soll, um die Staubbelastung zu reduzieren. Die Grube liegt in west-östlicher Richtung, sodass damals wohl von hauptsächlich westlichen Winden ausgegangen wurde.

b) Im Jahre 2004 legt der von der Quarzwerke GmbH beauftragte TÜV Rheinland eine Ausbreitungssimulation mit einer ganz anderen Hauptwindrichtung (von Süd-Osten nach Nord-Westen) vor:

Ergebnis der Ausbreitungssimulation (Abbildung 5: Grafische Darstellung der Zusatzbelastung Staubniederschlag, Ausschnitt)

Ausbreitungssimulation 2004

 

unten: Der Ausbreitungssimulation zu Grunde gelegte Windrichtungsverteilung der DWD-Station Köln-Merkenich 1991 (Abbildung 3)  (Anmerkung: diese Windrichtungsverteilung wurde auch für die Ausbreitungssimulation für die Umgehungsstraße Buschbell verwendet).QW Windrose für Ausbreitungssimulationc) 2012 wird die Hauptwindrichtung 260 Grad süd-westlicher Wind angegeben (Abbildung 5: „Windrichtungsverteilung der TÜV Süd Messstation als 10Grad Windrose über den Messzeitraum 14.9.2011-15.9.2012“; Sonderbetriebsplan Immissionsschutz Werk Frechen, Blatt 22).

Hauptwindrichtung 2011,12

Die angegebenen Hauptwindrichtungen basieren einmal (b) auf den Messungen einer Messstation in Köln-Merkenich und einmal (c) auf Messungen auf dem Betriebsgelände der Quarzwerke in Frechen. Beide Hauptwindrichtungen weichen erheblich voneinander ab. Einmal wären die Frechener Ortsteile Neubuschbell/Königsdorf und einmal Buschbell/Hücheln Hauptleidtragende der Staubbelastung.

 

Was kann ich denn tun?

Setzen Sie sich mit uns für den Erhalt des Waldes ein! Er ist Schutz vor Belastungen durch den Quarzsandtagebau, die Autobahn A4, die übrigen Straßen (zukünftig z.B. Umgehungsstraße Buschbell), etc.

Zuständige Ansprechpartner für den Quarzsandtagebau Frechen sind bei der Bezirksregierung Arnsberg Herr Hey (jens.hey@bezreg-arnsberg.nrw.de) und Herr Waerder (thomas.waerder@bezreg-arnsberg.nrw.de). Für den Luftreinhalteplan zuständig ist die Bezirksregierung Köln (http://www.bezreg-koeln.nrw.de/brk_internet/leistungen/abteilung05/53/luftreinhalteplaene/index.html; Herr Halmschlag Tel: 0 221-147 4058; den E-Mail- Kontakt finden Sie auf der Seite der Bezirksregierung Köln).

Informieren Sie uns gerne / nehmen Sie uns gerne mit ins „Cc.“, wenn Sie die Zuständigen anschreiben: bund.rheinerftkreis@bund.net

Falls Sie über Fotos von der Staubbelastung verfügen und uns diese schicken wollen – sehr gerne!

 

Quelle der veröffentlichten Dokumente: Akteneinsichtnahme nach dem Umweltinformationsgesetz (UIG) bei der Bezirksregierung Arnsberg.

Ein Gedanke zu “Schutz für die Anwohner

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